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Schleppjagdverein von Bayern e.V.
gegründet 1986

Die Meute aus dem "Wittelsbacher Land"
Schirmherr: SKH Luitpold Prinz  von Bayern

   Jagd in Laichingen

 

 

Laichingen ist … Laichingen! – Auf zur Jagd auf der Schwäbischen Alb

Das Schild in Richtung Laichingen ist den meisten als Ausfahrt der A8 bekannt. Laichingen liegt bereits in Baden-Württemberg auf einem früheren Vulkanschlot auf der Albhochfläche, etwa 25 Kilometer westlich von Ulm, und gehört zum Alb-Donau-Kreis.

Zugegeben: Von München aus gesehen, ist Laichingen nicht unbedingt der nächste Weg. Und trotzdem zieht es viele Jagdreiter aus Nah und Fern immer wieder und jedes Jahr erneut dorthin, denn es lohnt sich. In Laichingen mischen sich auch häufig Mitglieder des SvBs mit denen der Hardt Meute, die, wenn sie nicht gerade eine eigene Jagd haben, der Nähe wegen gerne dazu stoßen. Im Zweijahresturnus findet die Schleppjagd mal auf der Seite des Reit- und Fahrvereins Laichingen e.V. statt, im darauffolgenden Jahr dann am „Alten Schafstall“.

2021 war der Treffpunkt und Ausgangsort der „Alte Schafstall“. Rund 40 Jagdreiter und Jagdbegeisterte hatten sich für die Schleppjagd am 17. Oktober angemeldet, um hinter der Meute des SvBs zu reiten, dazu viele Zuschauer, Freunde und Begleiter (sog. JTs).

Nach einer Stärkung unter einem Zelt – die übliche Hütte war in diesem Jahr nicht zugänglich – erfolgte bei bestem Wetter und schönstem Sonnenschein bei etwa 14 Grad die sehr herzliche Begrüßung durch die Jagdherrschaft Hannes Scherer und Franz Eppli. Beide sind langjährige und treue Mitglieder und Unterstützer des Schleppjagd-Vereins von Bayern; sie bedankten sich bei der Familie Schneider für die perfekte Organisation und beim Reit- und Fahrverein Laichingen e.V. für die tatkräftige Mithilfe. Toni Wiedemann, der Präsident des Schleppjagdvereins von Bayern, erzählte in einer kurzen Einführung von der weitzurückreichenden Verbindung Laichingens mit dem SvB und wies noch einmal explizit auf die Versteigerung im Frühjahr 2022 hin, die Franz Eppli, einer der Jagdherren, federführend vorbereitet. Franz ist zum einen hauptberuflicher Auktionator und zugleich Vorstand der EPPLI & HOPF –STIFTUNG. Wie mehrfach angekündigt, wird zu Jahresbeginn eine Auktion mit Wertgegenständen zum Thema Jagd, Pferd und Meute zu Gunsten der Meute und der Abfinanzierung der vereinseigenen Kennelanlage stattfinden.

Als bewährte musikalische Begleitung vor, während und nach der Jagd konnte wiederum die Bläsergruppe Rallye Württemberg gewonnen werden, die zu elft angereist waren und dafür sorgten, dass die Klänge der Hörner durch passende Signale weit über die Schwäbische Alb getragen werden.

Dann ging es für alle auch schon ans Satteln der Pferde, um 13 Uhr war das Stelldichein angesetzt.

 

Die Laichinger Jagd, eine reine Wiesenjagd, ist allein wegen des zum Teil recht hügeligen Geländes keine besonders leichte Jagd, was sich an mehreren Stellen zeigte, als das Jagdfeld in zügigem Tempo durchaus immer wieder ein ganzes Stück bergab galoppierte, um dann auf der anderen Seite wieder hinaufzugaloppieren. Trotzdem gelingt es dem Reitverein, eine relativ große Anzahl an jungen Mitreitenden zu gewinnen, die hier zum ersten Mal bei einer Schleppjagd mitmachen. Da darf es dann auch durchaus passieren, dass die Jungen nicht ganz regelkonform an den erfahreneren Reitern vorbeiziehen, ohne sich gleich Rügen einzufangen. So haben wir schließlich alle einmal angefangen!

Nach dem Jagdruf: „Auf die Hunde, auf die Pferde! Auf Jagdreiten in Baden-Württemberg mit dem Schleppjagdverein von Bayern!“, zog das muntere Jagdfeld nach dem Bügeltrunk  erwartungsvoll und gut gelaunt ins Gelände los, begleitet von der Equipage unter der Guide der Huntslady Sissi Veit-Wiedemann, die mit 16 Koppeln Foxhounds angereist war.

Unter die Schleppenleger hatte sich einer der Jubilare, Hanns Scherer, gemischt, für den es nach ein paar Jahren Abstinenz wieder die erste Jagd sein sollte.

Zu dritt galoppierten sie mit großen Sprüngen davon. Kurze Zeit später ließ die Equipage die Hunde los, die mit klingendem Geläut der gelegten Spur folgten; darauf folgte das Jagdfeld, das von Monika Schneider angeführt wurde, weil sie nicht nur die Strecke ausgesucht hatte, sondern schon seit vielen, vielen Jahren in bewährter Manier und sehr verantwortungsvoll die Position der Feldführung übernimmt.

Monika gelingt es auch während der Jagd, gerade den jüngeren Reitern durch persönliche Ansprache Tipps mitzugeben, sollten sich Schwierigkeiten durch z.B. übermotivierte Pferde aufzeigen.

Die Jagdstrecke war mit 18 Kilometern angegeben; auf 9 Schleppen standen rund 9 jagdgerechte Hindernisse, die Moni Schneiders Sohn professionell und sehr pferdefreundlich gebaut hatte. Pause mit der Möglichkeit, sich zu stärken, sollte nach der fünften Schleppe sein. Das Geläuf, alles Wiese, erwies sich durch die Witterung als leicht federnd unter den Hufen, absolut griffig trotz der Auf- und Abhänge und nahezu perfekt.

 Auch für die Foxhounds passte alles: das Wetter nicht zu warm und der Boden nicht staubig für die empfindlichen Hundenasen, was ihnen ein schnelles Tempo ermöglichte. Nach jeder Schleppe bekamen sie die Möglichkeit, „Wasser zu schlabbern“ (Zitat S. V.-W.) und sich im Schatten kurz zu erholen.

Nach einer langen neunten Schleppe bergauf, die von den Pferden noch einmal die letzten Kräfte abverlangte, erfolgte das Halali! Glücklich zogen sich alle den rechten Handschuh aus, überall waren begeisterte Gesichter zu sehen. Eine wunderbare Jagd ohne nennenswerte Zwischenfälle war vorüber!

Wieder gegenüber der Hängerwiese angekommen, loderte bereits das knisternde Feuer, das von manchen Pferden kritisch beäugt wurde.

Alle versammelten sich im Halbkreis, die Bläser spielten noch einmal, dann gab es als Dank und Belohnung für die Hunde die Curée. Zuvor stiegen die Reiter von ihren Pferden und durften erneut einen Bügeltrunk zu sich nehmen. Die Jagdherrschaft verteilte die Brüche, die Huntslady die Jagdknöpfe.

Nachdem die Equipage den Platz mit der Meute verlassen hatte, konnten auch die Jagdreiter ihre Pferde versorgen, um anschließend zum Jagdessen zu fahren und den erlebnisreichen Tag ausklingen zu lassen.

CR